Was ist Mediation?


Jeder Mensch hat das Potenzial in sich, Krisen und Konflikte zu bewältigen.
Die Beteiligten an einem Konflikt können selbst am besten Lösungen für ihre Probleme mit einander erarbeiten.

Auf der Grundlage diese Erkenntnis ist Mediation (wörtlich übersetzt: Vermittlung) eine uralte Methode zur Streitbeilegung, die es seit Jahrtausenden in vielen Kulturen gibt. Konflikte auf diese Art zu lösen war in Europa lange Zeit in Vergessenheit geraten. Man bevorzugte immer mehr rein rechtliche Entscheidungskriterien und überließ diese den Juristen und Gerichten. Erst Mitte des letzten Jahrhunderts griff man die selbstverantwortliche Methode der Mediation in den USA wieder auf.
In den letzten 50 Jahren wurden wirkungsvolle Konzepte erarbeitet, die nun auch wieder von den Europäern übernommen und weiterentwickelt werden. Mediation breitet sich erfolgreich aus und wird inzwischen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen praktiziert.

Konflikte basieren immer auf Beziehungen zwischen Menschen und deren Unterschiedlichkeit. Überall da, wo bei der Konfliktklärung Unterstützung nötig ist – sei es im privaten wie im beruflichen oder gesellschaftlichen Bereich - kann Mediation ein hilfreiches Verfahren zur Lösungsfindung sein.



MEDIATION ist ein Weg


... Konflikte fair zu regeln


Mediation heute ist ein anerkanntes außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren mit dem Ziel, eine für alle Beteiligten zukunftsorientierte und rechtsverbindliche Vereinbarung zu treffen. Neutrale und speziell dafür ausgebildete Vermittler – Mediatoren - unterstützen die Konfliktpartner, individuelle und faire Lösungen zu entwickeln.

Der Mediator / die Mediatorin leitet mittels eines strukturierten Verfahrens im geschützten Rahmen das direkte Gespräch zwischen den Beteiligten. Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit kann so gefördert bzw. wiederhergestellt werden.

Mediation hilft, auch in schwierigen Lebenssituationen eine persönliche Verständigung zu erarbeiten und eigene Entscheidungen zu treffen. Individuelle, konstruktive und tragfähige Lösungen für die Zukunft werden nicht an Anwälte und Gerichte delegiert, sondern von den Konfliktparteien mit Hilfe eines professionellen Vermittlers – des Mediators - gemeinsam erarbeitet.


… sich fair zu trennen

Mediation in Trennungs- und Scheidungsfällen ist derzeit am bekanntesten. In Deutschland wird inzwischen jede zweite Ehe geschieden, das sind ca. 190.000 im Jahr. Davon sind etwa 2 Millionen Kinder betroffen. Regelungen zu Hausratsaufteilung, Zugewinnausgleich, Vermögensauseinandersetzung, Unterhalt und Umgang mit den Kindern sowie andere individuelle Regelungen werden inzwischen vermehrt über Mediation getroffen.

Wenn Beziehungen scheitern, ist dies schmerzhaft und bedauerlich und von weitreichender Bedeutung für die eigene Lebensplanung. Wohl niemand hat für diesen Fall einen Masterplan bereit. Zerbrechende Partnerschaften enden meist in Enttäuschung, Streit, Vorwürfen, häufig in Gesprächsunfähigkeit. Anwälte ersetzen dann das Gespräch der Partner. Nicht selten werden Kinder werden zu Streitobjekten vor dem Familiengericht, an das die Verantwortung abgegeben wird.

Vielen Menschen ist nicht klar, wie individuell sie selbst ihre persönlichen Verhältnisse im Rahmen der Gesetze regeln könnten. So geht es in der Mediation nicht um Gewinnen oder Verlieren. Die erreichten Ergebnisse sind dann gut, wenn sie von beiden Partnern als fair und stimmig erlebt werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn nicht über die Kinder, sondern für die Kinder verhandelt wurde.

Das Ziel ist eine Einigung zwischen den Partnern, eine tragfähige Grundlage für den künftigen notwendigen Umgang miteinander und die gemeinschaftliche Verantwortung für die Kinder zu schaffen.

Mediation eignet sich für alle Menschen, die von der einschneidenden Erfahrung der Trennung einer Lebenspartnerschaft betroffen sind und die selbst bestimmen wollen, wie ihr Leben weitergeht.


Häufig geht es dabei um praktische Lösungen für die Zukunft betreffend:

  • Betreuungsregelungen für die Kinder
  • Geld
  • Aufteilung von Hausrat, Vermögen, Schulden
  • Übergangs- und Notlösungen


    Mediation ist keine Eheberatung, keine Familientherapie und kein juristisches Schiedsverfahren.



    ... familiäre Konflikte anders zu lösen

  • zwischen Eltern und heranwachsenden Kindern
  • bei Erbauseinandersetzungen
  • (neue) Regeln vor oder während des Zusammenlebens
  • bei Schwierigkeiten in Patchwork-, Pflege- und Adoptivfamilien
  • Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen



    ... außergerichtlich Konsens zu finden bei

  • Nachbarschaftskonflikten
  • Mietstreitigkeiten
  • Schwierigkeiten am Arbeitsplatz
  • Differenzen in Vereinen und Verbänden
  • Veränderungsprozessen in Betrieben
  • Schulen, Gruppen, Vereinen, Institutionen
  • Interkulturellen Konflikten
  • im Umweltbereich

    und überall dort, wo Menschen mit unterschiedlicher Meinung auf einander treffen.





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